Roseanne wegen rassistischem Tweet abgesetzt: So reagiert das Netz


Roseanne
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Erst im März startete das Roseanne Revival mit Traumquoten, woraufhin ABC die Verlängerung seiner Sitcom um eine weitere Staffel bekanntgab. Damals wiesen wir bereits auf die kontroverse Hauptdarstellerin Roseanne Barr hin, die den Bogen für die Verantwortlichen des Senders nun jedoch überspannt hat. Nach einem rassistischen Tweet gegen die ehemalige Beraterin des Ex-Präsidenten Barack Obama, Valerie Jarrett, entschloss sich ABC für die Absetzung der Comedy-Serie. Das berichtet Deadline. Jarett sei ein Spross der "Muslimbruderschaft & des Planeten der Affen", so Barr in dem Tweet, der enorme Kritik auf sich zog, auch von Kollegen aus dem Umkreis der Serie. Nur wenige Stunden später reagierte ABC mit der Absetzung von Roseanne.

Roseanne Barr entschuldigt sich für ihren Tweet

ABCs Unterhaltungspräsident Channing Dungey gab das Roseanne-Aus bekannt: "Roseannes Twitter-Aussage ist abscheulich, widerlich und stimmt nicht mit unseren Werten überein und wir haben uns entschlossen, die Serie abzusetzen." Unterdessen entschuldigte sich Roseanne Barr über den Kurznachrichtendienst mit mehreren Posts für ihre Aussage über Valerie Jarett, die sie als "schlechten Scherz" bezeichnete. Nach Bekanntgabe der Absetzung bezeichnete sie ihr Handeln als "unverzeihlich" und zeigte sich auch gegenüber ihren Kollegen der Serie reumütig. Ihre Anhänger sollten sie nicht verteidigen für ihre Aussagen, die sie unter dem Sedativ Ambien und den Eindrücken des Memorial Day, ein US-Feiertag zur Erinnerung der Kriegsgefallenen, abgesetzt habe.


Roseanne Barr gilt als Anhängerin Trumps und sorgte bereits in der Vergangenheit durch Tweets für Kritik, in denen sie Verschwörungstheorien aus rechtsradikalen Kreisen des Internets verbreitete. Dazu zählen auch ihr Tweet über Valerie Jarrett (dessen zugrundeliegende Verschwörungstheorie bei Snopes widerlegt wurde) sowie faktisch falsche Tweets über Chelsea Clinton und Investor George Soros, die sie kurz vorher abgesendet hatte. In den sozialen Medien polarisierte die Meldung über die Absetzung. Vielfach wurde das schnelle Handeln von ABC gelobt, während andere darauf hinwiesen, dass der Sender bereits im Vorfeld des Revivals gewusst habe, worauf er sich mit dem Engagement von Roseanne Barr einlasse - und das in Kauf genommen habe. Aus rechtskonservativen Kreisen wiederum erfolgte Kritik, es handele sich bei dem Vorgehen um Zensur.

Roseanne-Aus führt zu Lob und Kritik

Unmittelbar nach dem kontroversen Tweet von Roseanne Barr erklärte Wanda Sykes, Produzentin der Serie, sie werde nicht für die 2. Staffel zurückkehren. Sarah Gilbert, Darstellerin der Darlene und Produzentin von Roseanne, distanzierte sich bei Twitter sofort von Barr. Ihre Aussagen würden keinesfalls repräsentativ für die Crew von Roseanne sein, schrieb sie:

Shonda Rhimes, Produzentin von ABC-Serien wie Grey's Anatomy und Scandal, stellte sich hinter das Network. Roseanne Barr habe mit ihrem Tweet ihre rassistische Wahl getroffen und ABC eine menschliche. Zudem verwies sie darauf, dass vor allem eine Gruppe unter den Folgen von Barrs Aussagen leidet: Die Menschen, die an Roseanne mitgearbeitet haben und nun ohne Job dastehen.


Tom Arnold, früherer Lebensgefährte von Roseanne Barr und Autor und Darsteller in der Serie, lobte die Entscheidung von ABC bei Twitter ebenfalls. Twin Peaks-Co-Schöpfer Mark Frost schrieb mit Verweis auf die Präsidentschaft Donald Trumps: "Siehst du, Amerika? Es ist nicht so schwer, sich von Hass und Lügen abzuwenden. Es ist Zeit, die Trump-Show abzusetzen."

Weit auf einer anderen Seite der Gesellschaft zeigen sich empörte Kommentare über das Aus, die Zensurvorwürfe enthalten. Zwei Beispiele (via CBS):

"Hi Roseanne Barr, es ist Zeit für dich, gegen diese GEDANKENPOLIZEI zurückzuschlagen und sie wirklich aufzumischen. Du warst schon vorher bei der Serie und es ist Zeit für dich, zurückzukommen!"

"Hey ABC, wie kommt es, dass ihr nicht auch Jimmy Kimmel abgesetzt hat, als er rassistische Witze über unseren Präsidenten gemacht hat? Aber ihr seid willens, Roseanne Barr für die selbe Sache abzusetzt? Hmmm, schätze, Männer haben in Hollywood noch immer das Sagen."

Comedian Kumail Nanjiani fasste die Angelegenheit zusammen. Er lobte die schnelle Entscheidung von ABC, Roseanne abzusetzen, prophezeite bereits die Instrumentalisierung der Angelegenheit durch die Rechte und schrieb: "Aus der ganzen Sache ist nichts Gutes herausgekommen."

Mehr: Roseanne Barr könnte schon bald ins Fernsehen zurückkehren

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NeonFox Alexander Börste
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