Mit Harry Potter gegen Netflix? Neuer Streaming-Dienst will große Konkurrenz werden


Harry Potter v Netflix
© Warner/Netflix
Harry Potter v Netflix

Der Kuchen am Streaming-Buffet wird demnächst in noch kleinere Stücke geteilt. Nachdem Disney schon seit einiger Zeit an seiner Streaming-Plattform bastelt, steigt nun Warner ebenfalls in das Geschäft ein und möchte Ende 2019 seinen eigenen Dienst starten. Wie Variety berichtet, will Warner damit in Konkurrenz zum aktuellen Branchen-Primus Netflix treten, welcher laut eigenen Angaben 2018 ca. acht Milliarden Dollar für eigene Produktionen ausgeben wird. In ähnliche Regionen möchte WarnerMedia mit seinem neuen Streaming-Angebot vorstoßen und damit sicher auch Disney gehörig unter Druck setzten. Disney plant ebenfalls Ende 2019 seinen eigenen Streaming-Dienst zu starten.

Deshalb ist der neue Warner-Streaming-Dienst auch für Disney und Netflix gefährlich

Disney verfügt bekanntlich über einen riesigen Pool bekannter Film-Marken wie Marvel, Star Wars und Pixar. Auf lange Sicht wird Disney Filme dieser Franchises und künftige Reihen auf seinem Streaming-Dienst zusammenfassen, wo sie dann exklusiv verfügbar sind. Jetzt kommt Warner mit seinem Streaming-Plänen. Unter dem Warner-Dach entstanden bekannte Marken wie Harry Potter, Herr der Ringe und die Conjuring-Reihe. Die Wizarding World mit den Harry Potter-Geschichten und der Fantastic Beasts-Reihe schöpft aus dem großen J. K. Rowling-Pool und wächst immer weiter. Die Wizarding World könnte für den Warner-Streaming-Dienst das sein, was Star Wars für den Disney-Dienst wird: ein exklusives Lockmittel und Aushängeschild. Die Star Wars-Live-Action-Serie wird zuerst auf dem Disney-Streaming-Dienst erscheinen.

Gestaltet Warner seinen geplanten Streaming-Dienst nach dem Disney-Vorbild und will damit konkurrenzfähig sein, wäre eine Zusammenfassung der großen Marken nur logisch. Ein vielfältiger Markenpool ist auf dem fragmentierten Streaming-Markt der Zukunft das A und O. Neben Disney und Netflix hat nur noch Warner einen solchen. Denn Warner stehen noch weitere wertvolle Marken potentiell zur Verfügung.

Warner kann auf Zugpferde des eigenen Pay-TV-Senders HBO setzen

Auch das Fernseh-Network The CW (mit unter anderem Riverdale und den Arrowverse-Serien) und vor allem der Pay-TV-Sender HBO liefern wertvolle Inhalte. HBO steht für Serien wie Die Sopranos, The Wire, Game of Thrones und Westworld, die dann auf der Plattform von Warner vermarktet werden könnten. Wenn also der CEO von Warner Media, John Stankey behauptet, der Warner-Content könne dem von Netflix durchaus die Stirn bieten, dann lehnt er sich damit gewiss nicht zu weit aus dem Fenster.

Das Warner-Netzwerk ist allerdings ähnlich komplex wie das von Disney, womöglich sogar noch verschlungener. Es besteht aus Tochterfirmen und großen Produktionsstudios wie Castle Rock Entertainment und New Line Cinema, das etwa die Herr der Ringe-Trilogie produzierte. Was der neue Streaming-Dienst von Warner kosten soll, ist noch nicht bekannt. Er wird laut WarnerMedia-CEO John Stankey aber etwas teurer werden als das aktuelle Streaming-Angebot von HBO. Er deutete auch an, dass die vorhandenen Streaming-Dienste der Warner-Tochtergesellschaften, um Kosten einzusparen, wohl in dem neuen Dienst aufgehen werden.

Was haltet ihr von einem großen Warner-Streaming-Dienst?

moviepilot Team
Napoleon Robert Mühlich
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